Fossiler Mondfisch in Österreich entdeckt

In Österreich wurde ein fossiler Mondfisch gefunden, der nunmehr von Wissenschaftlern untersucht wird. Mondfische oder Molas sind bis zu 4 Meter große, sanfte Riesen. Ihre Körperform erinnert an gewaltige Scheiben mit hoher Rücken- und Afterflosse. Sie ernähren sich von Quallen und Tintenfischen, und dringen dabei bis in 1000 Meter Wassertiefe vor. Wie kommt nun aber ein Hochseefisch nach Österreich?
Gefunden wurde die Weltsensation vor einigen Jahren von einem Privatsammler in den 25 Millionen Jahre alten Tongesteinen von Pucking in Oberösterreich. Zu dieser Zeit war das Alpenvorland noch ein tiefer Meerestrog. Tiefseefische mit Leuchtorganen, Schalen von Perlbooten und die zarten Abdrücke von Blasentang blieben in diesen Ablagerungen bis heute erhalten.
Nach der Bergung lagerte der Riesenfisch, wie ein Puzzle in hunderte von Teilen zerfallen, etliche Jahre beim Finder bis die ganze Sammlung vom Naturhistorische Museum erworben wurde.
Internationales Forschungsprojekt
Im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes, das die Erforschung dieser seltsamen Tiefseefauna zum Ziel hat, erkannten Wissenschafter des NHM (Ortwin Schultz & Mathias Harzhauser) und des Moravske Muzeum in Brünn (Ruzena Gregorova) in den die Überresten einen fast 3 Meter großen Mondfisch.
Molas dieser Größe können heute über eine Tonne schwer werden. Neben der typischen, hohen Rückenflosse und großen Teilen der Wirbelsäule sind sogar der Kiemenapparat und winzige, mit Stacheln bestückte Hautplättchen erhalten geblieben. Besonders wichtig ist der Flossensaum, den die Mondfische anstatt einer Schwanzflosse ausbilden.
Bisher waren nur wenige und sehr schlecht erhaltene Überreste von fossilen Verwandten der Mondfische aus Italien und Russland bekannt. Diese etwa 50 Millionen Jahre alten Fossilien repräsentieren noch einen wesentlich primitiveren und wahrscheinlich kleineren Typus. Sie zeigen aber, dass sich die Mondfische bereits zu dieser Zeit, im Eozän, von ihren Verwandten den Kugelfischen abgespalten hatten.
Mola Mola stammen aus Europa
Der neue österreichische Mondfisch ist der erste moderne Mola. Die Wissenschafter können daher belegen, dass sich die Mondfische bereits seit 25 Millionen Jahren in ihrer ökologischen Nische erfolgreich behaupten können. Die Molas haben ihren Ursprung in den tropischen Meeren Europas.
Erst später breiteten sie sich aus und finden sich vor 15 Millionen Jahren bereits im West-Atlantik ebenso wie in Japan. Heute sind die seltsamen Riesen im Pazifik, dem Atlantik und dem Indischen Ozean anzutreffen.
Der "Austro-Mola" erlaubt nun erstmals eine genaue Beschreibung der Stammesgeschichte dieser durch die Hochseefischerei bereits bedrohten Fische.
Weitere Informationen
Die heutigen Vertreter der Mola Mola können im Naturhistorischen Museum Saal 26 bewundert werden. Die Fossilen des gefundenen Mondfisches werden derzeit noch von den Wissenschaftlern bearbeitet und sind daher noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Naturhistorisches Museum
Burgring 7
1010 Wien
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