Britisches U-Boot-Wrack in Ostsee entdeckt
Tags: submarine, u-boot, tauchroboter
Vor beinahe 100 Jahren, genauer gesagt im Jahr 1916, ist das britische U-Boot "HMS E18" verschwunden, nun ist das Wrack auf dem Grund der Ostsee entdeckt worden.
Von Winston Churchill losgeschickt, der damals noch Erster Lord der britischen Admiralität war, sollte das U-Boot im Ersten Weltkrieg Eisenlieferungen von Schweden nach Deutschland stören und die russische Marine unterstützen.
Warum das Wrack dann schlussendlich am 2. Juni 1916 verschwand, wurde nie ganz geklärt. Man vermutet, "E18" sei von einer Mine versenkt worden. Andere Berichte besagen, dass "E18" von einem als Handelsschiff getarnten deutschen Kriegsschiff versenkt wurde. Sicher ist nur: Weder das U-Boot noch eines seiner 31 Besatzungsmitglieder kehrten von dem Einsatz zurück; die genaue Lage des Wracks blieb unbekannt.
Die schwedische Meereserkundungsfirma MMT hat das lang verschollene Wrack jetzt in der Nähe der estnischen Insel Hiiumaa entdeckt. Das 55 Meter lange U-Boot sei erstaunlich gut erhalten, hieß es in einem Vorabbericht. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Aufgespürt wurde das Boot nunmehr auf alle Fälle aufgrund von Angaben eines Angehörigen eines ehemaligen Besatzungsmitglieds der "E18", der bei der letzten Fahrt aufgrund einer Blinddarmentzündung nicht an Bord sein konnte. Ihm ließ der Verbleib keine Ruhe und er forschte persönlich nach.
Das Forschungsschiff "MV Triad" hat das Wrack des U-Boots schlussendlich mit Hilfe von Sonarbildern und eines Tauchroboters aufgespürt. "Es handelt sich ohne jeden Zweifel um ein U-Boot der E-Klasse", sagte der Experte David Hill der BBC. "Und gewisse Details deuten darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um 'E18' handelt."
Dank des kalten, sauerstoffarmen Wassers der Ostsee und geringen Strömungen an der Fundstelle sei das U-Boot in außergewöhnlich gutem Zustand. "E18" war knapp 55 Meter lang, verfügte über fünf Torpedorohre und schaffte eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Knoten über und zehn Knoten unter Wasser. Warum genau das U-Boot sank, ist weiterhin offen. MMT-Inhaber Carl Douglas kündigte an, durch weitere Untersuchungen die Umstände des Endes von "E18" herauszufinden.
[Quelle: Pressetext, Spiegel online]
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