Dunkle Aussichten für die Tauchsportbranche


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Zum Vergrößern anklicken - Foto: Leo Ochsenbauer / nullzeit.at
Dunkle Wolken am Tauchsporthimmel 

Die politischen Wirren in Ägypten und die dadurch hervorgerufenen Einbrüche in der für die Branche wichtigsten Tauchsportregion in Europa haben nicht nur bei den Touristikanbietern sondern auch bei der Tauchsportindustrie Spuren hinterlassen.

Der Tauchsport-Industrieverband (tiv) rechnet für 2011 nach vielen Jahren des Wachstums erstmalig mit einem Umsatzrückgang von ca. 8 Prozent. Dabei hat sich gezeigt, dass es trotz großer Bemühungen der Tauchreiseanbieter nicht immer gelungen ist die Kunden für Alternativregionen zu begeistern. Teilweise haben sich die Kunden kurzfristig auch für Freizeitsportarten entschieden, zu denen der Tauchsport im Wettbewerb steht. Dies zeigt, dass die Tauchsportindustrie in besonderer Weise vom Reisemarkt abhängig ist, für dessen Kunden der sportliche Urlaub im Mittelpunkt steht und der lässt sich zur Not auch ohne Tauchen gestalten.

Die Umsatzrückgänge des Jahres 2011, die in vergleichbarer Größenordnung auch in den übrigen europäischen Staaten zu verzeichnen waren, haben den Wettbewerbsdruck in der Tauchsportindustrie weiter erhöht. Dies gilt auch für den nach den Vereinigten Staaten zweitgrößten Tauchsportmarkt der Welt Deutschland. Dennoch schauen die Unternehmen mit Zuversicht auf die mit der boot Düsseldorf (21. bis 29. Jänner) beginnende neue Tauchsportsaison. Das Interesse am Tauchsport ist ungebrochen. Dies zeigen sowohl die sehr guten Buchungsergebnisse der boot Düsseldorf 2012, deren Tauchsportsegment von Jahr zu Jahr wächst, als auch die Zahl der Besucher im Tauchsportbereich.

Infrastrukturelle Änderungen angeregt
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Situation in Ägypten haben der Industrie noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass es sinnvoll ist, die Basis für den Tauchsport in Deutschland zu verbessern. Schließlich verfügen wir in Deutschland bereits über attraktive Tauchspots, gleichzeitig aber auch über ein bisher nicht erschlossenes Potenzial an Gewässern, die durchaus für den Tauchsport geeignet sind. Häufig fehlt es bei vorhandenen Tauchbasen an der von den Tauchern gewünschten Infrastruktur oder Investoren, die einen neuen Tauchsport planen, wissen nicht, welche Infrastruktur gewünscht wird.

Der Tauchsport-Industrieverband (tiv) hat daher im Jahr 2011 eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um die Ansprüche, die Taucher an Tauchspots stellen zu untersuchen und möglichen Investoren dementsprechende Anregungen und Hilfestellung zu geben.

Im Ergebnis wünschen sich die Taucher neben einem sauberen Gewässer mit intakter Flora und Fauna eine Infrastruktur am Gewässer, die mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln herzustellen ist und sich daher beispielsweise auch für die zahlreichen bereits gefluteten oder noch zu flutenden Braunkohlentagebaugruben in Ostdeutschland anbietet. Die ermittelten Tauchfrequenzen, das untersuchte Ausgabeverhalten vor Ort sowie das Einzugsgebiet ermöglichen Kommunen, Gemeinden aber auch privaten Investoren eine sachgerechte Abschätzung der Wirtschaftlichkeit.

[Quelle: Tauchsport-Industrieverband]

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13.1.2012 | Leo Ochsenbauer