Tauchen in kanadischen Wassern - Howe Sound
Tags: howe sound, kanada, vancouver
Da ich jetzt schon mal in Kanada bin, muss ich die Möglichkeit nutzen und einmal in der Nähe von Vancouver tauchen gehen. Und so ging's ab zum Hafen der Horseshoe Bay und ab aufs Boot der Dragon Charters. Ein geniales Erlebnis.
Eines vorneweg Kanadier sind nicht nur höflich, sie sind auch sehr angenehme Tauchbuddies. Als das Boot ablegte, konnte ich in einigen, netten Gespräch führen und die anderen Taucher des Tauchtrips kennen lernen. Es war lustig, weil die meisten < 30 Tauchgänge hinter sich hatten und ich dann mit meinen 350 Tauchgängen gleich wie ein alter Hase wirkte.
Das ging schnell vorbei, nachdem ich feststellen musste, dass die Tauchtiefen in "Feet" angegeben werden und der Flaschendruck in PSI. Ich hätte gleich fragen sollen, wie man 1.500 PSI als Handzeichen angibt :).
Unter Wasser ist es gar nicht so einfach, wenn man ständig alles umrechnen muss, aber eine gute Übung gegen einen Stickstoffrausch.
Der erste Tauchgang hat uns an die "THE CANYONS (Boyer Island South)" gebracht. Ein kleiner Canyon, der zu einer Insel führt. Nach dem Reinspringen war der Blick in die Tiefe komplett getrübt, das vorbeiziehende Plankton ist hierfür verantwortlich. Ich habe natürlich sehr gehofft, dass ich bei dem Tauchgang gleich einen Wal zu Gesicht bekomme, aber denkste :). Das Wasser ist relativ kalt, keine 10 Grad (bitte fragt mich jetzt nicht, was das in Fahrenheit ist).
Das Wasser sieht auf den ersten Blick aus wie in einem See, aber glaubt mir, es ist Salzwasser, habe es gekostet. Im tiefen Grün tauchen dann plötzlich am Boden große, weiße Anemonen auf, die in einem starken Kontrast stehen und fast ein wenig wie von einem anderen Planete aussehen. Unendlich viele, unterschiedliche Seesterne gibt es. Leider konnten wir keinen Hai entdecken, aber dafür muränenartige Tiere und viele Oktopoden. Ein unheimlicher, weißer Schleifer schwebte in ca. 18m Tiefe, den ich zuerst für eine Sprungschicht hielt, als der erste Taucher darin fast verschwand, war ich nur noch erstaunt.
Die Tauchrookies mussten alle nach der ersten Runde wieder aus dem Wasser, aber ich durfte mit dem Guide Mike noch eine Runde alleine drehen und konnte mir die phantastische Unterwasserwelt nochmal in Ruhe ansehen. Beim Auftauchen zog nochmal ein Schwarm Plankton vorbei und plötzlich spürte ich einen schmerzhaften Stich an der Oberlippe. "Don't kiss the jellyfish" - "Küsse keine Quallen" - der Spruch wurde mir schmerzlich nahegebracht. Aber zum Glück hilft hier Essig.
Der zweite Tauchplatz war "Crazy Crap". Diese an einer Insel hinabführende Steilwand war der zweite, phantastische Tauchgang, den ich in den Gewässern von Vancouver absolvieren durfte. Bevor wir ins Wasser sprangen, nachdem uns das Boot dicht an das Riff geführt hatte, sahen wir noch die Seehunde, die sich in der Sonne aalten. Leider waren diese unter Wasser nicht mehr zusehen.
Entlang einer sehr schönen Steilwand, in deren Ritzen es einiges zu sehen gab, ging es dann weiter. Nicht zu wenig anziehen - das sollte ich mir merken für Tauchgänge in diesen kalten Gewässern. Leider schlotterte ich bei dem Tauchgang, wo ich eine Schicht weniger Gewand anhatte. Garnelen und allerlei anderes Getier bekamen wir an der dunklen Steilwand zu sehen. Krönung des Tauchgangs war sicher die "King crap" - die Königskrabbe, die ungefähr 40 cm Durchmesser hatte. Ein unglaubliches Tier, das man nicht alle Tage zu sehen bekommen.
Alles in allem zwei wunderbare Tauchgänge bei denen ich auch gleich einige nette Taucher kennen lernen durfte. Das Tauchen hier in der Nähe von Vancouver kann ich nur wärmstens empfehlen. Leider hatte ich keine UW-Kamera mit.
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