Hans Hass: Der 85. Geburtstag des Tauchpioniers


Zum Vergrößern anklicken - Foto: Hans Hass Website
Hans Hass - ein Tauchpionier wird 85 

Hans Hass ist einer der weltweit angesehensten Tauchpioniere und Unterwasserfotografen. Am 23.1.2004 feierte seinen 85. Geburtstag. Zu diesem Anlass wollen wir einen Einblick in sein Schaffen geben.

Zu einer Zeit, da das Tauchen noch einigen wenigen vorbehalten war, der Begriff Sporttauchen oder Recreational Diving noch in weiter Ferne lag, legte er den Grundstein für das moderne Tauchen.

Vor kurzem erst meinte er in einem deutschen Fernsehinterview, dass er damals, in den ersten Kriegstagen, mit Politik wenig am Hut hatte. Er wollte als junger Wiener einfach "nur weg aus Österreich und die Welt erkunden". Die Unterwasserwelt vor allem.

Die erste Forschungsreise

So zog es ihn 1939 in die Karibik, nach Bonaire und Curacao. Mit einem Trick gelang ihm die Einreise und Drehgenehmigung: obwohl er zuvor eine schriftliche Absage bekam, ignorierte er diese und tat vor Ort so, als ob ihn die Absage nie ereilt hätte. Er bekam dann seine Drehgenehmigung.

Das Material, das er von seiner ersten Forschungsreise mitbrachte, sorgte für weltweite Schlagzeilen: Hans Hass unter Haien - nie zuvor waren solche Aufnahmen gelungen. Der dabei entstandene (weltweit erste) Unterwasserfilm "Pirsch unter Wasser" hat ihn weltberühmt gemacht, Vorträge und Fotos über seine Abenteuer waren schlagartig gefragt. Für die Aufnahmen verwendete er eine 16-mm-Schmalfilmkamera mit selbst gebauter wasserdichter Hülle.
Unzählige Patente

Das Geld, das der damals knapp 20jährige damit verdiente, steckte er in die Entwicklung des weltweit ersten autonomen, tragbaren Schwimmtauchgerätes. Es funktionierte mit Sauerstoff, der sich selbst reinigte und hatte den Vorteil, dass man keinerlei Luftblasen ausstieß. Der Nachteil: Man konnte mit dem Gerät nicht so tief tauchen (Hass schaffte 25 Meter) wie mit den später von Jacques Cousteau propagierten Pressluftgeräten (Aqualunge).

Bereits Jahre davor erfand er die erste wasserdichte Kamera: Als er von seiner ersten Expedition in Dalmatien zurückkehrte, verlegt er sich von der Harpune auf den Fotoapparat. Er bat einen Wiener Schlosser nach seinen Plänen ein wasserdichtes Gehäuse für seine Kamera zu bauen. Damit schoss er 1938 in den Kornaten die ersten Unterwasserfotos.

Auch das erste Unterwasser-Farbfoto wurde 1943 von ihm geschossen, 1948 entwickelt er für Semperit die Hans-Hass-Flosse und für Leica ein Unterwasser-Kamera-Gehäuse, 1952 erfand er ein wasserdichtes Gehäuse für die Rolleiflex, die als Rolleimarin 25 Jahre lang die Unterwasserkamera schlechthin bleiben sollte.

1958 filmte er vor Indonesien als erster die Geburt eines Kraken. Dazwischen meldete er ein Patent für ein Gerät zum Anlocken von Haien an, setzte Blitzlicht und Unterwasserscheinwerfer ein - wieder einmal als erster.

Der Wissenschaftler Hans Hass

Zu seinem Lebenswerk gehören neben seinen spektakulären Aufnahmen und seinen Vorträgen aber auch eine Unzahl wissenschaftlicher Erkenntnisse. Er entdeckte die ersten Putzerfische, publizierte hunderte wissenschaftliche Bücher zum Thema Unterwasserbiologie und führte unzählige Forschungsreisen mit seinen Forschungsschiffen durch, die er aus den Einnahmen seiner Vortragstätigkeit finanzierte.

1959 bekam er übrigens auch den begehrten Oscar verliehen, und zwar für seinen Film "Unternehmen Xarifa" (so der Name seines Forschungsschiffes).

Der unbekanntere Hass

Weniger bekannt ist, dass sich Hans Hass in den vergangenen Jahrzehnten auch vermehrt dem Studienobjekt "Mensch" verschrieben hat.

Ab 1962 beschäftigt er sich mit Atomphysik und Energietransformationen, entwickelte den Begriff Energon und führte Verhaltensforschungen am Menschen mit einer neu entwickelten Filmtechnik (mit eingebautem Spiegel können Menschen ohne ihr Wissen gefilmt werden) und in Zeitransformation durch.

1964 gründete er die erste Forschungsstelle zur biologischen Analyse menschlichen Verhaltens des Instituts für Humanethologie in Liechtenstein.

Hans Hass veröffentlichte über 20 Bücher und mehr als 70 Filme. 

Nullzeit.at gratuliert zu seinem 85. Geburtstag! 

Bilder

Zum Vergrößern anklicken - Filmplakat zu Unter Haien
Filmplakat zu Menschen unter Haien 

Zum Vergrößern anklicken - Filmplakat Unternehmen Xarifa
Filmplakat Unternehmen Xarifa 

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23.1.2004 | Leo Ochsenbauer