Ostsee: Wrack eines sowjetischen U-Bootes gefunden
Tags: u-boot, s-2
Taucher fanden vor kurzem in der Ostsee das Wrack eines russischen U-Bootes aus dem 2. Weltkrieg. Die S-2 war am 2. Jänner 1940 mit rund 50 Matrosen an Bord auf eine Mine gelaufen und gesunken.
Schwedische und finnische Taucher haben in der Ostsee das Wrack eines im Zweiten Weltkrieg gesunkenen sowjetischen U-Boots entdeckt. Wie die Taucher mitteilten, fanden sie das Wrack nach zehnjähriger Suche in der Nähe der Aaland-Inseln zwischen Schweden und Finnland. Es handle sich um das U-Boot "S-2", das am 2. Jänner 1940 mit rund 50 Matrosen an Bord in Södra Kvarken auf einer Mine des finnischen Minenlegers Lovkii aufgelaufen und gesunken war.
Das 1938 gebaute U-Boot war im sowjetisch-finnländischen Krieg (auch bekannt als Winterkrieg) in die Alands-See geschickt worden. Der Meldung zufolge hatte ein Taucherteam, gestützt auf schwedische und finnische Archivdokumente, im April 1999 die Suche nach dem Boot gestartet. Die russische Botschaft in Stockholm sowie die zuständigen Behörden in Finnland und Schweden wurden über Fund informiert. Das versunkene U-Boot gilt als Kriegsgrabstätte, über seine Zukunft werden schwedische Instanzen entscheiden.
Das Wrack der S-2 liegt in der Nähe der Seegrenze zwischen Finnland und Schweden. Die Seegrenze verläuft westlich der schwedischsprachigen Inselgruppe, die zu Finnland gehört. Vor zwei Jahren hatten die Taucher nahe der Aland-Inseln bereits das sowjetische U-Boot Schtsch-305 entdeckt.
Hintergrund
Die sowjetischen U-Boote der mittelschweren S-Klasse gehörten im Zweiten Weltkrieg zu den meistgenutzten in der sowjetischen Marine - und waren zugleich die erfolgreichsten. Äußerlich sahen sie den deutschen U-Booten der Klasse VII - zu denen auch das im Kinofilm "Das Boot" vorkommende "U-96" gehörte - auffallend ähnlich. Das war kein Zufall: Beide Bootstypen basieren auf einem Design, das durch eine Zusammenarbeit russischer und deutscher Ingenieure vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zustande kam.
Im Krieg setzten die Deutschen ihre U-Boote allerdings bei weitem intensiver ein. Während alle Boote der sowjetischen S-Klasse zusammen etwas mehr als 80.000 Bruttoregistertonnen versenkten, fielen allein "U-48", dem erfolgreichsten deutschen U-Boot der Klasse VII, 52 Schiffe mit mehr als 300.000 Bruttoregistertonnen zum Opfer. Insgesamt versenkten deutsche U-Boote im Zweiten Weltkrieg rund 3000 Handels- und Kriegsschiffe mit rund 30.000 Menschen an Bord. Auf der Seite der U-Boot-Fahrer war der Blutzoll in etwa ebenso hoch: 30.000 der insgesamt über 40.000 Seeleute starben.
[Quelle: AFP]
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