Vor Australien entdeckt: Die Wracks der HMAS SYDNEY und HSK KORMORAN
Der australische Premierminister Kevin Rudd ließ es sich nicht nehmen, am 17. März 2008 persönlich den Fund des Wracks der HMAS SYDNEY aus dem Zweiten Weltkrieg bekanntzugeben. Auch der einstige Gegner im Duell mit der SYDNEY, der deutsche Hilfsstörkreuzer KORMORAN, wurde am Meeresgrund geortet.
Der Untergang des Kreuzers vor 66 Jahren erschütterte damals ganz Australien. Die Öffentlichkeit reagierte mit Schock und Unglauben auf den Verlust der gesamten Besatzung.
Tarnen und Täuschen
Bereits zu Beginn des Zweiten Weltkrieges plante die deutsche Seekriegsleitung den Einsatz von Handelsstörkreuzern gegen allein fahrende alliierte Schiffe. Zu diesem Zweck wurden unauffällige Frachter und Handelsschiffe speziell umgebaut und schwer bewaffnet.
Der Handelsstörkreuzer KORMORAN operierte 1941 im Indischen Ozean und tarnte sich dabei selbst zuletzt als niederländischer Frachter. Am 19. November wurde der deutsche Handelsstörkreuzer schließlich von der an Feuerkraft und Panzerung überlegenen HMAS SYDNEY gestellt. Die Deutschen wandten eine geschickte Hinhaltetaktik an und gaben sich vorerst nicht zu erkennen, während sich die Australier bis auf etwa 1.000 m näherten. Unter Ausnutzung des Überraschungsmoments eröffnete die KORMORAN nach dem Hissen der deutschen Hoheitszeichen auf kurze Distanz das Feuer auf den Gegner.
Die SYDNEY erhielt eine Reihe verheerender Treffer, die neben der Brücke auch die beiden vorderen Geschütztürme binnen weniger Minuten ausschalteten. Die Türme am Heck feuerten sogleich zurück und richteten im Maschinenraum des deutschen Schiffs schwere Schäden an. Doch zwei von der KORMORAN abgeschossene Torpedos explodierten im Vorschiff der SYDNEY und besiegelten das Schicksal des Kreuzers, der fast vollständig in Flammen eingehüllt abtrieb. Unterdessen fielen an Bord des deutschen Angreifers die Maschinen aus, Kapitän Detmars befahl seine Mannschaft in die Rettungsboote. Zuvor waren an Bord Sprengladungen platziert worden, die nach dem Verlassen des Schiffes gezündet wurden.
Bilanz des Gefechts
Die gesamte 645 Mann starke Besatzung der HMAS SYDNEY ging mit dem Schiff verloren, ein Verlust, der eine der größten Katastrophen in der australischen Marinegeschichte darstellt. Der Großteil der deutschen Schiffsbrüchigen wurde hingegen von Handelsschiffen aufgefischt und landete in einem australischen Internierungslager.
Die Suche nach den Wracks
Seit Jahren bemühte sich eine private Stiftung (die HMAS Sydney Search Ply Ltd, kurz Sydney Search) mithilfe prominenter Sponsoren, die Untergangsstelle der HMAS SYDNEY zu finden und der gefallenen Besatzung ein ehrenhaftes Andenken zu ermöglichen.
Anfang März 2008 begann die Suche in einem viele Quadratkilometer großen Gebiet vor der australischen Westküste. Durch die Auswertung von Zeitzeugenberichten überlebender deutscher Besatzungsmitglieder gelang es den Experten von Sydney Search, das Seegebiet entscheidend einzugrenzen.
Am 12. März 2008 wurden wenige Meilen vor der australischen Westküste zuerst die Reste der KORMORAN in 2.500 m Tiefe durch Sonargeräte geortet. Die Auswertung der Messergebnisse zeigte, dass der Schiffsrumpf stark zerstört und in mehrere Teile zerbrochen ist. Vier Tage später fand das Suchteam schließlich in derselben Tiefe, aber rund 22 km entfernt, die HMAS SYDNEY. Beide Untergangsstellen sollen von der australischen Regierung unter gesetzlichen Schutz gestellt werden.
HMAS SYDNEY
Leichter Kreuzer, Leander-Klasse
Besatzung: 645 Mann
Kommando: Captain Joseph Burnett RAN
Länge: 171 m
Verdrängung: 6.830 t Standard
Geschwindigkeit (max): 32,5 Knt.
Bewaffnung:
8 x 6 inch Hauptartillerie (4 x 2)
4 x 4 inch Geschütze (4 x 1)
12 x 0,5 inch Maschinengewehre (3 x 4)
8 x 21 inch Tropedorohre (2 x 4)
1 Bordflugzeug
Baujahr: 1934
Handelsstörkreuzer (HSK) KORMORAN
Handelsschiff (bewaffnet)
Besatzung: 393 Mann
Kommando: Fregattenkapitän Theodor Detmers
Länge: 168 m
Verdrängung: 19.900 ts Standard
Geschwindigkeit (max): 17,5 Knt.
Bewaffnung:
6 x 15 cm Hauptartillerie
2 x 3,7 cm Geschütze (Pak)
14 x 2 cm Flak (4 x 1, 5 x 2)
6 Torpedorohre
390 Minen
2 Bordflugzeuge
Baujahr: 1938 (als STEIERMARK)
Quellen:
http://www.navy.gov.au
http://www.findingsydney.com
http://www.wikipedia.org
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